Im größten Kalkwerk Österreichs werden jährlich rund 1,3 Mio. t Kalkstein abgebaut. Dieser wird in Steyrling zu Branntkalk aufbereitet und kommt unter anderem bei der Herstellung hochqualitativer Stahlgüten der voestalpine zum Einsatz. Bei der aktuellen Erneuerung der Großgeräte im Abbaubetrieb überzeugte die Firma Zeppelin mit einem Gesamtpaket aus Cat Gerätetechnik und leistungsfähigem Service. So wurden in Steyrling ein Cat 374 und einen Cat 982 übergeben, zwei weitere Cat 982 traten zeitgleich ihren Dienst im Wertstoffzentrum der voestalpine in Linz an.
Das Kalkwerk Steyrling der voestalpine Stahl GmbH ist die größte Branntkalk-Produktionsstätte Österreichs. Mit dem Branntkalk liefert das Werk in Steyrling eine wertvolle Rohstoffbasis zur Herstellung hochqualitativer Stähle für anspruchsvollste Anwendungen und nimmt damit eine zentrale Position innerhalb des weltweit tätigen voestalpine-Konzerns ein. Branntkalk, der in der Stahlindustrie zur Roheisengewinnung eingesetzt wird, entsteht durch Brennen von Kalkgestein bei ca. 1.000° C. Neben dem Hauptprodukt Branntkalk wird in Steyrling auch Splitt erzeugt. Rund 90% der gesamten Produktionsmenge werden per Bahn an den Endkunden geliefert. Aktuell beschäftigt das Werk rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die in dem umfassend revitalisierten Bürogebäude nun modernste Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.
Werksleiter Thomas Holliber betont: „Durch kontinuierliche technologische Weiterentwicklung hat sich das Werk im Laufe der Zeit als innovativer und umweltschonender Leitbetrieb im Bereich des Kalkabbaus etabliert. Während der vergangenen Jahrzehnte wurden zahlreiche Investitionen in umweltschonende Maßnahmen gesetzt, etwa in die Umstellung des Abbauverfahrens oder den Umbau der Kalköfen auf modernste Rundschachtöfen. Auch konnte durch die Umstellung auf Scheibenabbau mit Schachtförderung die Feinstaubbelastung stark reduziert werden. Weiters führte die mehrfach entstaubte Kalkverladung in speziell entwickelten, geschlossenen Waggons zu einer wesentlichen Reduktion der Staubemissionen.“
Beim Scheibenabbau in Steyrling werden 20 m hohe Etagen durch Sprengungen von oben Schicht für Schicht abgetragen. Zurzeit erfolgt der Abbau hauptsächlich auf der höchsten Scheibe, die sich auf 830 m Seehöhe befindet. Hier wird das losgesprengte Gestein mittels Radlader sowie Bagger und Muldenkipper zum Primärbrecher transportiert. Der raupenmobile Backenbrecher von MFL (heute SBM), der direkt über dem Sturzschacht steht, zerkleinert das Material auf eine Stückgröße von max. 250 mm. Aufgrund der sich verändernden Abbausituation wird im Mai mit der Errichtung eines neuen Sturzschachtes begonnen. Der vorhandene Sturzschacht wird anschließend verfüllt und stillgelegt. Da die Errichtung des neuen Sturzschachtes den Abbaubetrieb mehrere Monate lang blockieren wird, läuft die Produktion bereits jetzt auf vollen Touren, damit ausreichende Vorratsmengen angelegt werden können. Zurzeit wird das Material über drei Sturzschächte auf die darunterliegenden Ebenen auf 750 m und 550 m Seehöhe befördert, wo es jeweils durch Förderbänder zu weiteren Aufbereitung bzw. zum nächsten Sturzschacht transportiert wird. Mittels Drohnen-Aufnahmen und entsprechender Vermessungssoftware werden das Gelände-Profil erfasst, die Abbauplanung erstellt und die Abbaumengen ermittelt.
Neuer Radlader Cat 982 und Hydraulikbagger Cat 374
Im Produktionsbetrieb wurden im Herbst 2024 zwei ältere Geräte durch den neuen Hydraulikbagger Cat 374 und den ebenfalls neuen Radlader Cat 982 ersetzt. Beide Cat Geräte verfügen in der Steinbruchausführung über die entsprechende Schutzausrüstung. Der Cat 374 ist mit zwei Cat Löffeln mit 4,2 m3 in Felsausführung ausgerüstet, der Cat 982 mit einer Radlader-Schaufel der Firma Fuhrmann mit 6,3 m3. Für die Maschinisten bedeuteten die neuen Cat Geräte zunächst eine Umstellung auf das elektrohydraulische Joystick-Lenksystem. Nach kurzer Zeit wurde das altgewohnte Lenkrad aber nicht mehr vermisst und die neuen Funktionen auf Knopfdruck sind im Alltag eine wichtige Hilfe.
Betriebsingenieur Georg Trinkl hat über die Flottenmanagement-Software VisionLink und das Wiege-System Cat Payload jederzeit Zugriff auf die aktuellen Geräte- und Produktivitätsdaten. Mit Hilfe der Ferndiagnose (Remote Troubleshoot) kann der Zeppelin Service Diagnosen und Tests aus der Ferne durchführen und Probleme aufzeigen, während die Maschine im Einsatz ist.
Beim Cat 374 ist ein Schlüssel zur Produktivität der neue hydrostatische Schwenkkreis. Der Kreislauf ermöglicht die Rückgewinnung der Schwenkbremsenergie und die unabhängige Steuerung des Zylinderölflusses. Das bedeutet gleichmäßigere, besser einsetzbare Leistung und somit mehr Effizienz. Der Cat 374 verfügt auch über ein umfangreiches Angebot an werkseitig installierter Technologie. Beispielsweise verhindert die Sicherheitsfunktion Lift Assist ein Kippen des Baggers. Sie ermittelt schnell das Gewicht der zu hebenden Last und vergleicht es mit der Hublastkurve des Baggers. Weiters verhindert das serienmäßige Assistenzsystem 2D E-Fence, dass sich der Bagger außerhalb des vom Bediener definierten Bereichs bewegt. Dies trägt beispielsweise bei Arbeiten an der Bruchwand dazu bei, die Maschine zu schützen.
Das beim Cat 982 serienmäßige Cat Payload mit Assist ermöglicht ein genaues Wiegen der Schaufel-Inhalte. Die Cat Schaufelfüllautomatik mit Funktion für automatische Traktionskontrolle unterstützt das Beladeverfahren, was den Radschlupf und die Ladezeit erheblich reduziert. Die hydraulische Schwingungsdämpfung der nächsten Generation fungiert als Stoßdämpfer im Ladegestänge und verbessert den Fahrkomfort bei unebenem Terrain. Das am Sitz montierte elektrohydraulische Joystick-Lenksystem gewährleistet eine präzise Steuerung bei minimalen Armbewegungen.
Christoph Ohnmacht, Niederlassungsleiter des Standorts Linz von Zeppelin Österreich, betont: „Die Firma Zeppelin Österreich freut sich, dass sie mit der voestalpine seit vielen Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet. Im Stahlwerk in Linz bewähren sich bereits mehrere Generationen von Cat Geräten bei den anspruchsvollen Einsätzen. So auch im Wertstoffzentrum, wo wir im Rahmen des Gesamtpakets neben den beiden Geräten in Steyrling auch zwei neue Radlader Cat 982 übergeben konnten. Im Rahmen dieser jüngsten Großinvestition konnten die Cat Geräte der Next Generation in Verbindung mit unseren umfassenden Dienstleistungspaketen überzeugen. Hier stimmen die Standzeiten ebenso, wie Erhaltungskosten, Wirtschaftlichkeit oder die Kraftstoffverbräuche. Ein wichtiges Argument war zweifellos auch die Einsatzfähigkeit der Maschinen, die wir mit unserem schlagkräftigen Serviceteam sicherstellen, denn Zeppelin Österreich verfügt alleine in Salzburg und in Oberösterreich über 11 mobile Servicetechniker.“